Stroboskoplampe – Optimale Zündung durch eine Zündlichtpistole

Mit einer Stroboskoplampe lässt sich bei Benzinmotoren der Zündzeitpunkt kontrollieren und gegebenenfalls einstellen.Umgangssprachliche wird eine Stroboskoplampe oft auch als Zündzeitpunktpistole oder Zündlichtpistole bezeichnet. Aber für was braucht man solch eine „Pistole“? Und was ist unter dem Begriff Zündzeitpunkt zu verstehen und wofür wird er gebraucht? Diese Fragen wollen wir in diesem Beitrag klären.

Der Zündfunke ist entscheidend

Bei Dieselmotoren entzündet sich das Dieselgemisch durch hohe Kompressionen und Temperaturen. Beim Otto-Motor ist das anders. Hier wird das Benzin verbrannt, wobei der richtige Zeitpunkt der Verbrennung durch eine elektrische Zündanlage bestimmt wird. Dabei entwickelt die Zündanlage eine elektrische Hochspannung (10.000 V) die zum richtigen Zeitpunkt an den Elektroden der Zündkerze einen Zündfunken produziert, der das Benzingemisch entzündet. Wann der Zündfunke das Benzin entzündet, wird durch die Öffnung eines Unterbrecherkontaktes bestimmt.

Der Kontakt besteht aus einem Hammer, der mit einem Unterbrecherkontakt ausgestattet ist und einem Amboss Wird der Unterbrecherkontakt von einer Nocke getroffen, öffnet sich dieser und es entsteht ein Zündfunke. Dieser leitet dann die Verbrennung des Luft-Kraftstoffgemisches im Motor ein. Der Verbrennungsvorgang dauert rund zwei Millisekunden. Dabei liegt der Abstand der Unterbrecherkontakte bei rund 0,4 bis 0,5 mm. Damit eine größtmögliche Motorleistung erreicht wird, muss der Zeitpunkt der Zündung so gelegt werden, dass bei gleichbleibender Kolbenstellung der höchste Verbrennungsdruck besteht. Allerdings reduziert sich der Verbrennungszeitpunkt bei steigender Motordrehzahl, sodass der Zeitpunkt der Zündung vorher erfolgen muss als bei der Leerlaufleistung.

 

Falscher Zündpunkt verursacht Motorschäden

Die Einstellung des Unterbrecherkontaktes ist von großer Bedeutung, denn, stimmt der Abstand nicht, kommt es zu einem merkbaren Leistungsabfall des Motors. Die passende Zeitanpassung erfolgt durch eine im Fahrzeug verbaute, selbsttätige Verstelleinrichtung. Der Zeitpunkt lässt sich durch eine Stroboskoplampe überprüfen und kann bei Bedarf neu eingestellt werden. Allerdings muss bei der Einstellung darauf geachtet werden, dass der Zündfunke bei steigender Drehzahl zwar vor der Leerlaufdrehzahl, aber dennoch nicht zu früh beziehungsweise zu spät erfolgt.

Schon kleine Abweichungen in der Zündfolge können erheblichen Motorschäden verursachen. So kann eine sogenannte Spätzündung dazu führen, dass die Explosionsenergie des Benzingemischs nicht optimal genutzt wird, was unter Umständen eine Überhitzung des Motors verursacht. Ebenso kann eine Frühzündung Schäden am Motor hervorrufen, indem durch eine zu frühe Explosion die Aggregat-Leistung spürbar nachlässt. Meist machen sich solche Schäden durch Motorklopfen bemerkbar. Daher empfiehlt es sich regelmäßig eine Kontrolle des Zündpunktes mittels einer Stroboskoplampe durchzuführen.

 

Prüfung der Zündung durch eine Stroboskoplampe

Durch die Verwendung einer Stroboskoplampe / Zündlichtpistole lässt sich die Einstellung des Zündzeitpunktes leicht ermitteln. Dabei spielen die Zündpunkte OT und UT eine wesentliche Rolle. Die Laufbewegung des Kolbens im Zylinder lässt sich am besten mit einem Paternoster vergleichen. Bei einem Paternoster bewegt sich die Fahrgastkabine ständig vom Keller bis zum Dachboden und zurück. Der Punkt, bei dem der Paternoster nicht weiter steigt, sondern wieder nach unten fährt, wird als oberer Totpunkt bezeichnet. Ebenso verhält es sich am tiefsten Punkt des Paternosters, der sich im Kellerbereich befindet. Die Stelle wird unterer Totpunkt genannt. Das System des Paternosters lässt sich gut auf den Otto-Motor übertragen. Soll der Zündfunke aufgrund steigender Drehzahlen früher erfolgen, so muss dieser nach dem Paternoster-System nicht erst kurz vor dem höchsten Punkt der Kolbenbewegung ausgelöst werden, sondern bereits vorher.

An Hand des Beispiels mit dem Paternoster würde das bedeuten, dass der Zündfunke nicht erst im siebten und damit dem vorletzten Stockwerk gezündet wird, sondern schon auf Ebene vier. So ist gesichert, dass der Paternoster genug Schub erhält, um über den OT in den Keller zu gelangen. Genau so verhält es sich im Automotor.

Stroboskoplampe Zündlichtpistole

 

Einstellen der Zündung mit einer Zündlichtpistole

Mit einer Zündlichtpistole lässt sich die Zündung leicht prüfen und einstellen. Dazu muss die Stroboskoplampe mit dem Zündkabel verbunden werden und die Spitze der Prüflampe an Masse gehalten werden. Dann wird die Zündung betätigt. Ist der Unterbrecher im Bereich des OT geöffnet, leuchtet die Stroboskoplampe auf. Nun muss der Motor von Hand mittels eines Rades an der Kurbelwelle weitergedreht. Wird auf diese Weise der Unterbrecherkontakt geschlossen, erlischt die Lampe. Sollte das nicht der Fall sein, da die Nocke den Kontakt nicht öffnet, muss der Zündverteiler an der untenliegenden Schraube manuell geöffnet und justiert werden. Ist die Einstellung nun korrekt, wir die Halteschraube des Verteilers wieder vorsichtig angezogen. Jetzt sollte nochmals eine Prüfung mit der Stroboskoplampe durchgeführt werden, da es vor allem beim Anziehen der Halteschraube zu ungewollten Verstellungen kommen kann.

 

Zündlichtpistole im Einsatz

Eine Stroboskoplampe im Aktion könnt ihr in diesem YouTube-Video von „SchraubenDriver“ sehen. Patient ist dort eine Simson.

 

 

Fazit zur Zündlichtpistole

Die heutigen modernen Fahrzeuge verfügen meist über wartungsfreie Zündanlagen mit elektronischen Unterbrechern und Verstellanlagen. Dennoch ist es ratsam auch hier die Zündung durch eine Stroboskoplampe oder Zündlichtpistole regelmäßig zu überprüfen. Bei vielen älteren Fahrzeugen hingegen macht die Anschaffung einer Zündlichtpistole aber auf jeden Fall Sinn. Spätestens bei auffälligem Verhalten des Motors,kann eine solche Überprüfung Sinn machen.

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